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Pressemitteilung vom 03.04.2018

Das Quartier selber mitgestalten

KiQ-Projekt in Düsseldorf-Rath mit nachhaltigen Erfolgen abgeschlossen

Als Forschungsprojekt auf Bundesebene startete das Projekt ‚Kooperation im Quartier‘ (KiQ) vor sechs Jahren – damals auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt. Auf Initiative von Haus und Grund qualifizierte sich Düsseldorf-Rath als einer von 14 bundesweiten Standorten für die Teilnahme. Projektpartner waren Haus und Grund Düsseldorf, die Stadt Düsseldorf – vertreten durch das Stadtplanungsamt –, die Serviceagentur Altbausanierung, die Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf (IHK) sowie die örtliche Einzelhandelsvereinigung ‚WIR in Rath‘.

Schnell kristallisierten sich in den Workshops während der Startphase des Projektes die Handlungsschwerpunkte heraus: Aktiv werden, negative Trends bremsen und Positives erreichen in den Bereichen Sanierung, Leerstand und Bürgerschaftliches Engagement, das waren die Ziele, die den Menschen im Quartier am Herzen lagen.

Architektion Dorothee Linneweber
Die Kümmerin in Düsseldorf-Rath: Architektin Dorothee Linneweber

Wie Haus und Grund Düsseldorf bereits mehrfach berichtete, erzielten die beteiligten Bürger in allen Handlungsfeldern vielversprechende Ergebnisse. Großen Anteil daran hatte die Düsseldorfer Architektin Dorothee Linneweber, Expertin für Themen rund um den baulichen Bestand, die als ‚Quartierskümmerin‘ mit wöchentlicher Sprechstunde gleichermaßen als direkte Ansprechpartnerin vor Ort sowie als Schnittstelle zwischen den Menschen im Quartier und den verschiedenen Projektpartnern fungierte.

So waren die Bilanzen, die das beteiligte Forschungsinstitut empirica regelmäßig in Form von Zwischenberichten erhielt, äußerst positiv: Nach dreijähriger Laufzeit hatte eine Vielzahl von Workshops inspirierende Ideen geliefert und sich die Aktionsgruppe ‚Rath&Tat‘ zu einem breiten Netzwerk mit monatlichen Treffen entwickelt. Zudem hatten mehrere Eigentümer auf Basis von individuellen Erstgesprächen vor Ort mit der Architektin bauliche Maßnahmen umgesetzt.

Zum Ende der dreijährigen Laufzeit war klar: KiQ bewegt etwas im Quartier. Aufgrund dieses positiven Resümees unterstützte die Deutsche Städtebauförderung das Projekt für weitere drei Jahre. Eine Zeit, die im März 2018 zu Ende gegangen ist, allerdings mit bleibenden Ergebnissen.

Im Bereich ‚Sanierung‘ hatte ein Eigentümer und Vermieter gemeinsam mit ‚KiQ-Nachbarn‘ zu einem Besuch auf seiner gerade eröffneten Baustelle eingeladen. Die Idee: ein Vorher-Nachher-Vergleich. Viele Nachbarn waren dabei, um sich ein Bild davon zu machen, was es heißt, ein ganzes Mehrfamilienhaus einer Kernsanierung zu unterziehen. Offen erläuterte der Bauherr Fragen zu Entscheidungen sowie zur Projekt-Kalkulation, Finanzierung und dem Bauablauf. Erfahrungsaustausch in der Nachbarschaft war das Ziel. Zum Abschluss der Baumaßnahme durften sich die interessierten Nachbarn vor Ort mit eigenen Augen davon überzeugen, wie der Eigentümer sein Objekt aufgewertet hatte: Die frisch sanierten Wohnungen hatte er ansprechend mit modernen Bädern ausgestattet, die alten Nachtspeicheröfen durch eine moderne zentrale Heizanlage ersetzt, sämtliche Fenster mit zeitgemäßer Isolierverglasung versehen. Da verwundert es nicht, dass der Vermieter für seine Mühe mit einer Vielzahl von Mietinteressenten belohnt wurde.

Thermografie-Rundgang
Zu einem Selbstversuch in Sachen Thermografie-Aufnahme stellten sich einige Teilnehmer des Rundgangs zu einem Gruppenfoto zusammen, Foto: Dorothee Linneweber

Neben der Förderung des nachbarschaftlichen Austauschs im Themenfeld ‚Sanierung‘ umfasste das Angebot von ‚KiQ‘ auch gemeinsame Quartiersrundgänge, beispielsweise zum Thema ‚Thermografie‘. Außerdem standen im Rahmen eines speziellen Förderprogramms finanzielle Zuschüsse für Eigentümer bereit, die rund um die Rather Westfalenstraße ihre Fassaden aufwerten oder Innenhöfe begrünen wollten.

Im Handlungsfeld ‚Leerstandsmanagement‘ organisierte KiQ in einem nicht vermieteten Ladenlokal einen Workshop, in dem die Experten von Haus und Grund und der IHK unter dem Titel ‚Gut vermieten‘ Strategien vermittelten, wie Eigentümer bei Leerstand aktiv und zeitgemäß ihre Objekte vermarkten können – auch als Privatperson. Dem Workshop folgten diverse weitere Zwischennutzungen – ein gastronomischer ‚Tafelabend‘, Präsentationen in den Schaufensterflächen, verschiedene Kunstausstellungen und weitere Workshops. Hintergrund all dieser Ideen: Eine leerstehende Immobilie wirkt schnell trostlos und unattraktiv. Im schlimmsten Fall färbt dieser negative Eindruck auf die umliegenden Objekte oder sogar ganze Straßenzüge ab. Im Gegensatz dazu kommt es dem gesamten Quartier zugute, wenn die leeren Räumlichkeiten so lange mit interessanten Zwischennutzungen bespielt werden, bis sie wieder erfolgreich vermietet sind. Das belebt das Umfeld und die Immobilie kommt positiv ins Gespräch und wirbt für sich selbst. Sämtliche Zwischennutzungen fanden selbstverständlich in direkter Abstimmung zwischen Eigentümer und Kümmerin statt. Am Ende stand die erfolgreiche Vermietung der Gewerbefläche.

Nachhaltig sind auch die Ideen der Aktionsgruppe ‚Rath&Tat‘: Das Team aus ehrenamtlich engagierten Bürgern trifft sich regelmäßig am ersten Montag jedes Monats bei unterschiedlichen Gastgebern im Quartier, beispielsweise bei Vereinen, Institutionen oder auch Künstlern in ihren Ateliers. Das ist inspirierend, und selbst alteingesessene Nachbarn entdecken dabei häufig neue Orte oder lernen mögliche Kooperationspartner kennen.

Rather Kunstfenster
Einzelhändler stellen Künstlern aus dem Quartier Schaufensterflächen zum Ausstellen ihrer Arbeiten zur Verfügung, Foto: Dorothee Linneweber

Beispiele für Aktionen von Rath&Tat sind das Neubepflanzen der bereits vorhandenen Blumenkübel auf der Westfalenstraße, der ‚Rather Advent‘ oder die ‚Draußen-Galerie Rather Kunstfenster‘, die im vergangenen Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge stattfand: In Abstimmung mit der Aktionsgruppe stellten Rather Geschäftsleute über einen Zeitraum von zwei Wochen Teilflächen ihrer Schaufenster zur Verfügung, in denen in Rath ansässige Künstler ihre Arbeiten präsentierten. So konnten Passanten beim Einkaufen oder beim Sonntagsspaziergang Neues in der direkten Nachbarschaft entdecken.

Eine Besonderheit in Rath sind auch die ‚Müll-Detektive‘: Da das Herumliegen von Weggeworfenem im Quartier vielen Anwohnern ein Ärgernis ist, engagieren sich seit dem ‚Dreck-Weg-Tag‘ im vergangenen Jahr zwei Nachbarn aus der Aktionsgruppe ‚Rath&Tat‘ als Müll-Detektive vor Ort. Sie nehmen Hinweise auf ‚Schmuddelecken‘ entgegen, gehen diesen vor Ort nach und geben die Informationen in gebündelter Form an Umweltamt und AWISTA weiter. Mit großem Erfolg: Sind die Flächen einmal von – oft über Monate oder gar Jahre angesammeltem – Müll befreit, ist die Hemmschwelle deutlich größer, dort wieder etwas abzuladen. Ein nachhaltiges Engagement, das beim diesjährigen Einsatz von ‚Rath&Tat‘ im Rahmen des Dreck-Weg-Tages zu einer besonderen Anerkennung führte: Die Ehrenamtlichen der Aktionsgruppe aus dem KiQ-Projekt erhielten an ihrem Stand nicht nur Besuch von den Initiatoren des Dreck-Weg-Tages ‚ProDüsseldorf‘, sondern auch von Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Astrid Schäfer und OB Thomas Geisel
Besuch von Oberbürgermeister Thomas Geisel am Dreck-Weg-Tag, Foto: Dorothee Linneweber

Vielversprechend ist der Ausblick auf eine ‚Zukunft nach KiQ‘: Das Kernteam von ‚Rath&Tat‘ mit der ehrenamtlichen Ansprechpartnerin Astrid Schäfer bereitet zusammen mit weiteren Aktiven und neuen, teilweise quartiersübergreifenden Kooperationspartnern bereits neue Aktionen vor. Spannende Ideen stehen im Bereich des ‚Urban Gardening‘ in den Startlöchern, auch eine sommerliche Picknicktafel entlang des neuen Fußwegs ‚Rather Korso‘ ist bereits geplant, und die Müll-Detektive sind fest entschlossen, ihre Arbeit über das KiQ-Projektende hinaus fortzusetzen. Zudem soll es sowohl von den gelungenen ‚Rather Kunstfenstern‘ als auch vom ‚Rather Advent‘ in diesem Jahr eine Neuauflage geben, und sogar ein eigener Internet-Auftritt ist in Planung. Äußerst positiv fällt auch die Bilanz der Vertreter aus der ‚Lenkungsrunde‘ des Projektes aus, die übereinstimmend der Meinung sind, dass sie eine solche übergreifende Zusammenarbeit jederzeit wiederholen würden, und sich gemeinsam für Quartiersaufwertungen stark machen werden.

Ausführliche Dokumentationen über die Aktivitäten der letzten sechs Jahre im Rahmen von KiQ finden Sie auf der Website www.kiq-duesseldorf.de

Pressekontakt

Dr. Johann Werner Fliescher

Haus und Grund Düsseldorf und Umgebung
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